Allgemein

Unsere NaWaRo-Biogasanlage in Flemmingen gliedert sich in folgende Hauptbestandteile: zwei Fahrsilos, eine Vorgrube, ein Feststoffdosierer, eine Hydrolyse, zwei Fermenter, ein Nachgärer, ein Gärrestlager und drei Blockheizkraftwerke (BHKW). Die zwei Fermenter, der Nachgärer und das Gärrestlager sind mit einem Tragluftdach aus EPDM-Folie mit einer Außenhaut aus PVC gasdicht abgedeckt. Die Vorgrube und die Hydrolyse sind mit einem Betondeckel geschlossen.

Substrate
Für die Biogasgewinnung werden in der Biogasanlage in Flemmingen Maissilage sowie Rinder- und Schweinegülle eingesetzt. Diese Substrate stammen von unseren Partnerbetrieben der Agrargesellschaft Prießnitz mbH und der Agrargesellschaft Großwilsdorf mbH. Um den ganzjährigen Bedarf an Maissilage zu decken, wird der Mais gehäckselt und in Fahrsilos eingelagert. Die Rinder- und Schweinegülle wird regelmäßig mit einem Transportfahrzeug angeliefert und in der Vorgrube zwischengelagert.

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Mais-Ernte

Prozess
Mit Hilfe eines Frontladers wird der Feststoffdosierer täglich mit Maissilage befüllt. Von da aus gelangt die Maissilage über ein Förderband in die Hydrolyse. In der Hydrolyse erfolgt die Vermischung mit der Rinder- und Schweinegülle. Diese wird über eine zentrale Pumpe aus der Vorgrube in die Hydrolyse gepumpt. Das nun pumpfähige Gemisch wird vorversäuert, dies erfolgt unter aeroben Bedingungen bei ca. 36-38 °C. In der Hydrolyse beginnt der Prozess des Aufschlusses von langkettigen Molekülen, so dass ein pH – Wert von 5 – 6 erreicht wird.

Fließbild BGA

Fließbild der agriwatt Biogasanlage in Flemmingen

 

Anschließend wird das vorversäuerte Substratgemisch in die Fermenter gepumpt, wo es durch ein Heizregister auf 44 °C erwärmt wird. Unter Luftabschluss findet im Fermenter die Methanisierung (Biogasbildung) statt. Das gebildete Biogas wird in den Gasspeichern auf den Fermentern zwischengespeichert. Die Fermenter sind mit dem Nachgärer über Freispiegelleitungen verbunden, so dass das Substratgemisch ständig in den Nachgärer fließt. Von dort aus läuft es wiederum in das gasdichte Gärrestlager. Analog dem Substrat wird auch das Biogas über Gasleitungen durch alle Behälter geführt. Dadurch ist eine gute biologische Entschwefelung gewährleistet. Die Umwälzung des Substrates erfolgt über jeweils 2 Rührwerke pro Behälter.
Das Gärrestlager dient weiterhin als Speicher für das ausgegorene Substrat, das über eine leistungsfähige Drehkolbenpumpe zum Güllegeber gefördert wird. Der Gärrest wird als hochwertiger organischer Dünger auf die landwirtschaftlichen Nutzflächen der Agrargesellschaft Prießnitz und der Agrargesellschaft Großwilsdorf ausgebracht.

Verwertung
Das Biogas unsere NaWaRo-Biogasanlage in Flemmingen wird in insgesamt drei BHKWs mit einer Leistung von 922 kW in Strom und Wärme umgewandelt. Ein kleineres BHKW mit 190 kW Leistung steht direkt auf der Biogasanlage in Flemmingen. Neben dem erzeugten Biostrom, wird durch dieses Aggregat die Prozesswärme für die Fermenter zur Verfügung gestellt und das Bürogebäude geheizt. Zwei größere Satelliten-BHKWs mit jeweils 366 kW Leistung befinden sich in den Heizhäusern der TWN am Flemminger Weg und »Am Hohen Stein«. Beide Aggregate sind über eine 1,7 bzw. 6,4 Kilometer lange Biogasleitung mit der Biogasanlage verbunden.

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BHKW und Heizhaus

Das Heizhaus »Am Hohen Stein« versorgt das Wohngebiet Schreberstraße, das in den 70er Jahren erbaut wurde, und das Heizhaus am Flemminger Weg die Wohngebiete »Am Holländer« und »Am Michaelisholz«. Das entspricht 1.342 Wohnungen mit zentralen, 184 Wohnungen mit dezentralen Anlagen und 13 ortsgebundene Heizungsanlagen, die zuverlässig mit Wärme bzw. Warmwasser versorgt werden. Die Grundlast wird allein durch unsere Biogas-BHKWs abgesichert. Lediglich in Stoßzeiten werden die Erdgasbrenner zugeschaltet.